Samstag, 4. Februar 2012

2. Über Familienkonferenzen & Hunde

Ich stieg aus dem Bus aus und steckte meinen iPod ein.
Ich lief etwas schneller und kam an unserem Haus an.
Ich kramte in meiner beigen Ledertasche und suchte nach meinem Schlüssel. „Mist“, murmelte ich. Also gab es dieses Mysterium mit dem schwarzen Loch in der Handtasche doch! Ich setzte mich auf die Treppenstufen vor unserem Haus und stellte die Tasche ab. Was ich wieder in meiner Tasche fand, war überwältigend.
Einen Hundeball, eine Vogue, einen Lolli (noch verpackt), zwei Kinogutscheine, eine Haarspange, zwei Lippenstifte, Chemie-Hausaufgaben und das seltsamste ein Ultarschallbild von meiner Mutter, als sie mit mir schwanger war.
Schließlich zog ich auch einen Schlüssel aus meiner magischen Tasche.
Ich schloss die Tür auf und betrat die Diele. Unsere Diele war weiß getäfelt, von dem Holz blätterte teilweise schon der Lack ab und auf dem Boden lag ein Teppich, den meine Oma aus alten Socken gestrickt hatte, aber ich liebte unser Haus.
Ich schlüpfte aus den dunkeln Sneakers und war den Hausschlüssel auf die Kommode.
Ich knallte die Tür zu und hörte Schreie aus dem Wohnzimmer. Ich sah den Kopf meiner Mutter aus der Tür schnellen.
Sie stampfte, mit meiner Schwester Lola um den Bauch geschnallt, auf mich zu. Ich warf meine Jacke in die Ecke und schnappte meine Tasche. „Susanne-Viola Borke, du weißt genau, dass du die Tür nicht so knallen sollst! Das erschreckst deine Geschwister! Und jetzt geh auf dein Zimmer! “
Ich wollte sowieso in mein Zimmer gehen und zuckte nur mit den Schultern. Ich ging die Treppe hoch.
„Kannst du bitte mit Nina nach unten kommen?!“ Ich verdrehte die Augen. „Entscheide dich doch“, murmelte ich und klopfte an Ninas Tür.
Nina, war 12 Jahre alt und der Inbegriff einer Tussi. Ich klopfte an ihrer Tür. Niemand macht auf. Ich klopfte wieder. Nichts. Ich pustete mir eine Strähne aus dem Gesicht und ruckelte am Türknauf zu Ninas Zimmer. Ich schlug mit meiner Schulter die Tür auf.
„Spinnst du?!“, schrie Nina mich an. Ich lehnte mich im Türrahmen an. „Wir sollen runterkommen.“, sagte ich ganz gelassen.
Nina ballte ihr Hände zu Fäusten und stampfte dir Treppe hinunter. Ich lief ihr rinterher und warf mich, als wir im Wohnzimmer angekommen waren, auf einen ausgebeulten grünen Sessel.
Meine älteste Schwester Kim und ihr Freund Maik saßen, Händchen haltend, auf unserm Sofa. Neben den Beiden saß meine Schwester Lilly. Lilly war 8-Jahre alt und trug ein blaues Kleidchen, auf das sie mit einem Textmarker  einen Pony-Einhorn-Hof malte.
Nina hatte sich auf das andere Sofa gesetzt, neben ihr saß Lotte, die 4-Jahre alt war.
Meine Mutter schnallte sich Lizzy von ihrem Bauch und setzte sich vorsichtig auf das Sofa. Mein Vater setzte sich auf die Lehne des Sofas und meine Mutter blieb nervös stehen. Sie räusperte sich kurz und begann eine Rede zuhalten. „Meine Freunde! So geht es nicht weiter! Ich muss mich hier um alles kümmer! Ihr seid doch alle alt genug um euern Kram selbst wegzuräumen! Wir stellen jetzt ein paar Regeln auf. Erstens, Kim und Maik helfen mir dabei, dass Haus zu putzen und mein junges Fräulein, du…“, meine Mutter guckte Kim verschwörerisch an, „Du kümmerst dich um die Berufsschule! Wenn ich noch einmal zu Ohren bekomme, dass du die Berufsschule schwänzt… Dann gnade dir Gott!“ Kim schluckte. Sie hatte schon öfter die Berufsschule ‚versäumt‘. Sie hatte meiner Mutter schon mal gesagt, dass sie Maik das Geld verdienen überlassen wollte, aber meine Mutter wollte, dass sie wenigstens arbeiten könnte, falls sich die Beiden trennen.
Meine Mutter drehte sich zu mir. Auch ich schluckte. „Sue. Du stehst in Latein 5! Du kümmerst dich um die Schule und als Strafe holst du ab jetzt Lotte jeden zweiten Tag vom Kindergarten ab!“ Ich seufzte. Eigentlich wollte ich meine Ferien entspannte, und nicht vor einem Haufen Lateinbücher, verbringen.
„Nina! Etwas weniger Schminke, wenn’s geht! Und deine 14 Verehrer, die hier Tagtäglich anrufen, wirst du los. Verstanden?!“ Nina grummelte nur und verschränkte die Arme.
„Okay, die anderen bleiben sowie sie sind.“ Meine Mutter grinste breit.
Ich stampfte wütend in mein Zimmer.
Im meinem Zimmer packte ich meine Schulsachen aus und warf das Lateinbuch auf mein Bett. „So eine Scheiße…“, murmelte ich.
Auf einmal hörte ich ein Wimmer unter meinem Bett. Ich sprang auf rannte zu meinem Bett. Ich wühlte unter meinem Bett, packte etwas flauschiges und zog es hervor. Es war unser Labrador-Welpe Cupcake. Ich nahm ihn hoch. Er trug einen Tüllrock und hatte ein pinkes Herz auf dem Rücken.
Ich lief in Ninas Zimmer und knallte die Tür auf. „Was hast du mit Cupcake gemacht?!“, schrie ich wütend. Meine Schwester lag auf ihrem Bett und las Bravo. Sie schaute nur kurz auf und sagte arrogant:, „Was willst du denn? Er ist doch ganz süß.“ „Normalerweise! Warum malst du ihn an?“ Nina zuckte mit den Schultern. Ich schrie: „Das wird ein Nachspiel haben!“, und lief ins Bad.
Dort duschte ich Cupcake und schrubbte die pinke Farbe von seinem Rücken.






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